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DW-Interview zu Nord Stream 2 und unilateralen US-Sanktionen

DW The Day Nord Stream 2Gestern Abend war Andreas Nick Gast in der englischsprachigen Nachrichtensendung "The Day" der Deutschen Welle. Im Gespräch mit Moderator Brent Goff ging es um mögliche Lösungsansätze im Konflikt um die Gas-Pipeline Nord Stream 2 und die Verhängung einseitiger Sanktionen gegen Verbündete durch den US-Kongress.

Dabei verwies Nick auf die aktuelle Relevanz eines vor über 30 Jahren erschienenen Buches des neuen US-Außenministers Antony J. Blinken, der in seiner Analyse einer ähnlichen Fallkonstellation „Ally Versus Ally: America, Europe, and the Siberian Pipeline Crisis” Sanktionen gegen Verbündete als ungeeignetes Instrument eingestuft hat. "Wir teilen diese Einschätzung uneingeschränkt und vertrauen darauf", so Andreas Nick, "dass dies auch seine Amtsführung im State Department bestimmen wird." Dazu hat sich der Bundestagsabgeordnete auch vorgestern in der Financial Times geäußert: https://www.ft.com/content/548067b9-2ff0-4a2a-94af-b74d763f4561

"Auf dieser Grundlage könnte dann auch eine gemeinsame transatlantische Strategie im Hinblick auf den Energiebezug aus Russland entwickelt werden. Statt der Fertigstellung einer bestimmten Infrastruktur sollten eher die Lieferungen selbst in den Blick möglicher Einschränkungen genommen werden. Dies dürfe dann allerdings nicht isoliert für ein Land geschehen, sondern alle EU-Staaten und die USA gleichermaßen betreffen, also auch die Rohölkäufe der USA in Russland in Höhe von ca. US$ 30 Mrd. jährlich.

Als Reaktion auf das inakzeptable internationale und innenpolitische Verhalten der russischen Regierung steht uns darüber hinaus eine weite Palette von Optionen zur Verfügung, etwa das gezielte Einfrieren von Konten und Reisesperren für die unmittelbar für Menschenrechtsverletzungen Verantwortlichen, wie es auch im Rahmen des künftigen sogenannten Magnitsky-Gesetzes innerhalb der EU vorgesehen ist", so Nick während des Interviews. 

https://www.dw.com/en/pipeline-dispute-imposing-unilateral-sanctions-on-an-ally-is-unacceptable/av-56605697