cdu-logo

Teresa Avgousti aus Zypern

Teresa AvgoustiIPS Programm 2018 - Erfahrungsbericht:

1 Wie ich vom IPS erfahren habe
Von dem Internationalen Parlaments-Stipendium (IPS) des Deutschen Bundestages habe ich durch meine Deutsch-Dozentin an meiner Universität, sowie über die Webseite der Deutschen Botschaft in Zypern erfahren. Da ich mich durch mein Studium verstärkt für Politik und Internationale Beziehungen interessierte, und dieses Stipendium mir die Möglichkeit bieten würde in Berlin zu leben, hatte ich mich für eine Bewerbung entschlossen. Darüber hinaus würde dieses Praktikum nicht nur für mich persönlich sehr wertvoll sein, sondern auch wichtig für meine zukünftige berufliche Karriere. Von der Deutschen Botschaft in Nikosia erhielt ich alle erforderlichen Informationen für meine Bewerbung.

2 Wie ich das Bewerbungsverfahren erlebt habe
Das gesamte Bewerbungsverfahren war Schritt für Schritt sehr gut organisiert. Der Bewerbungsbogen enthielt neben den persönlichen Daten viele Fragen zu persönlichen Neigungen und Interessen, bisheriges gesellschaftliches/politisches Engagement und zukünftige berufliche Ziele. Zusammen mit dem ausgefüllten Bewerbungsbogen, dem Motivationsschreiben, Empfehlungsschreiben usw. reichte ich meine Bewerbung bei der Deutschen Botschaft in Nikosia/Zypern ein. Kurze Zeit später erhielt ich eine Einladung zu dem Auswahlgespräch, das in der Deutschen Botschaft in Athen stattfinden sollte. Ich musste mich mit Themen wie deutsche Geschichte, Rechtssystem, Politik, Bundestag/regierung, EU-Institutionen, Lage in meinem Heimatland Zypern, aktuelle politische Ereignisse usw., befassen um mich auf das Gespräch vorzubereiten. Die gesamte Abwicklung für das Auswahlgespräch in Athen wurde durch eine perfekte Zusamenarbeit der beiden Deutschen Botschaften in Athen und Nikosia organisiert. Das Auswahlgespräch fand in einer formell-freundlichen Atmosphäre mit einem siebenköpfigen Auswahlkomitee statt. Die gestellen Fragen waren, wie von mir erwartet, auf interessantem und anspruchsvollem Niveau. Einige Zeit nach dem Auswahlgespräch erhielt ich dann die freudige Zusage meiner Auswahl. Berlin – ich komme!

3 Wie ich in Berlin empfangen worden bin
Der 1. März 2018 – 1. Tag in Berlin als IPS-Stipendiatin! An diesem 1.Tag wurden wir sehr freundlich von den Damen und Helfern der Humboldt Universitaet und des Referates WI4 empfangen. Nach Erlediungen einiger Formalitäten wurden wir mit vielen detaillierten Informationen und nützlichen Ratschlägen versorgt. Desweiteren erhielten wir eine IPS-Mappe – die von uns genannte “heilige Mappe“ - zur Programminformation und Orientierungshilfe für die nächsten Monate. Nach anfänglich eher schüchternwirkenden Teilnehmern, wurden ab diesem Zeitpunkt schon freundlichen Gespräche geführt. Dies war für mich erleichternd, da ich als einzigste Teilnehmerin aus meinem Heimatland Zypern bin. Alles war perfekt organisiert und wir wurden mit einem Bus zu der Wohnanlage Adalbertstr./Melchiorstr. gebracht. 5. Stock – eine tägliche kostenlose Fitnesszulage! Meine Mitbewohnerin Anna aus Russland traf dann wenig später in der Wohnanlage ein. Unser Zusammenleben verlief reibungslos und respektvoll, mit gemeinsamen Einkaufstouren, Fussballabenden und Geburtstagsfeiern, da wir beide unsere Geburtsage hier in Berlin gefeiert haben. Die ersten Tage waren alle Stipendiatinnen/ten mit Erlediungen von Formalitaeten beschäftigt, wie z.B. Krankenkassenanmeldung, Hausausweisbeantragung für den Bundestag usw. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und es entstanden schon zu diesem Zeitpunkt etliche Freundschaften. Auf dem Programm standen zahlreiche Veranstaltungen, Führungen durch den Bundestag, die Auftaktveranstaltung, wo wir unsere Abgeordnete, deren Mitarbeitern und unsere Botschafter bzw. Stellvertreter schon kennengelernt haben, und Seminarbesuche. Auch reisten wir zu einem viertägigen Seminar, das in Bad Belzig stattfand.

 

4 Meine Taetigkeitsfelder/Einsatzbereiche und Aufgaben im Abgeordnetenbuero
9. April 2018 – erster Tag unseres Praktikums im Abgeordnetenbuero! Ich werde mein Praktikum in dem Abgeordnetenbüro von Dr. Andreas Nick MdB / CDU absolvieren. Dr. Andreas Nick ist seit 2013 direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis 204 Montabaur in Rheinland-Pfalz. Er umfasst den Westerwaldkreis und aus dem Rhein-Lahn-Kreis die Verbandsgemeinden Diez, Hahnstaetten, Katenelnbogen, Nassau und Nastätten. Seit diesem Jahr ist Dr. Andreas Nick MdB Leiter der deutschen Delegation und Vizepräsident in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Das professionelle Team des Büros, Frau Felizitas Grosse, Frau Petra Bies und Herr Julian Voje, lernte ich bereits bei der Auftaktversanstaltung des IPS kennen. Ich wurde sehr freundlich von der Büroleiterin und den anderen Mitarbeiterinnenan an meinem 1. Tag empfangen. Mir wurde mein Arbeitsplatz gezeigt, die weiteren Büros sowie die Poststelle. Ich wurde mit Arbeitszeiten, allgemeinen Bürotätigkeiten und Abläufen vertraut gemacht. Das kollegiale Arbeitsklima und die freundliche Unterstützung empfand ich gleich zu Anfang als hervorragend. Die Mitarbeiterinnen waren immer sehr bemüht und bereit mir alle Fragen zu beantworten, die ich hatte. Mit Tips für Besichtigungen oder Veranstaltungen in Berlin hielten sie mich immer auf dem Laufenden. In der ersten Sitzungswoche lernte ich dann auch Dr. Andreas Nick kennen. Gleich zu Anfang meines Praktikums ermöglichte meine Büroleiterin mir und einem PPP-Stipendiat und derzeitigen Praktikant im Büro eine kurze Begegnung mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die am Rande einer Fraktionssitzung stattfand. Ein unvergessliches und ein überaus beeindruckendes Treffen!
Ich hatte die Gelegenheit Dr. Nick bei seinen Reden im Plenum live zu hören, und zu Ausschüssen und zu Gesprächen zu begleiten. Neben den eher arbeitsreichen Sitzungswochen, waren die anderen Arbeitstage mit Tätigkeiten wie z.B. Post abholen und stempeln, Berichte lesen und Zusammenfassungen schreiben, Transkripte von Reden-Interviews meines Abgeordneten schreiben, Taschen für die Besuchergruppen vorbereiten oder sie auch auszuteilen, gefüllt. Freikarten für die im ZDF Hauptstadtstudio stattfindenden Maybritt Illner Shows, mit interessanten Themen und Gästen wie Martin Schulz, Volker Buffier, Alexander Dobrindt, usw. waren ebenfalls sehr besondere Events und eine willkommene Abwechslung. Während meiner Zeit im Büro habe ich auch im Auftrag der Büroleiterin eine Facharbeit über den Zypernkonflikt geschrieben. In meiner Zeit im Abgeordnetenbüro von Herrn Dr. Nick wurde mir die Möglichkeit geboten viel Wissen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Dieses tolle Team brachte mir viel Unterstützung, viel Verständnis und Vertrauen entgegen. Vielen Dank Dr. Nick, Felizitas, Petra, Inger und Julian für euere wertvolle Zeit, die ihre euch genommen habt, mir einen Einblick in eüren Büroalltag zu geben!

4.1 Wahlkreisreise:
Im Rahmen des Internationalen Parlaments Stipendiums und unserem Praktikums in den jeweiligen Abgeordnetenbueros, ist für jeden Stipendiat eine Wahlkreisreise vorgesehen. Ich habe den Wahlkreis Westerwald von Dr. Andreas Nick vom 16. Juni bis 19. Juni 2018 besucht. Die Reise führte mich nach Montabaur und dauerte 3 Tage. Das Programm fuer diese 3 Tage war relativ ruhig. Am ersten Tag habe ich Familie Nick kennengelernt und einen Ausflug ins benachbarte Wirges und Ransbach-Baumbach gemacht. Danach stand grillen und Fussball auf dem Programm. Am zweiten und dritten Tag hat Herr Dr. Nick mit mir sein Wahlkreisbüro besucht und mir Montabaur gezeigt. Weiter ging es nach Koblenz. Ein Rundgang durch die wunderschöne Altstadt und ein Spaziergang entlang des Rheins war eine angenehme Abwechslung zu der Hauptstadt Berlin. Das Highlight für mich war eine Seilbahnfahrt, mit der wir zu der Festung Ehrenbreitstein über den Rhein gelangt sind. Von der Seilbahn aus konnte man viel von Koblenz sehen, sowie auch das Deutsche Eck. Mir hat das beschauliche Montabaur sehr gut gefallen, besonders der Mix aus Moderne und Tradition – der ICE Bahnhof, das Outlet auf der einen Seite und dass Schloss und die Altstadt auf der anderen Seite. Meine kurze Wahlkreisreise ging zu Ende und es hat mich sehr gefreut, dass Familie Dr. Nick und Herr und Frau Willig sich so viel Zeit für mich genommen haben um mir persönlich Montabaur zu zeigen. Vielen Dank für eine tolle Reise.

5 Beeindruckende Erlebnisse und Herausforderungen
5.1 Koalitionsvertag, Flüchtlingspolitik, Bundeskanzlerin:
Zu einem absoluten Highlight gehört für mich und die anderen IPS Stipendiatinnen/ten die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages im Paul Löbe Haus, bei der wir live dabei waren und alles “hautnah“ erleben konnten. Des weiteren gab es zum ersten Mal eine Öffentliche Befragung der Bundeskanzlerin, allerdings waren nicht ausreichend Plenarkarten vorhanden, und ich habe die Befragung von meinem Abgeordnetenbüro aus angesehen. Mit großem Interesse habe ich auch die Debatten und Gespräche zwischen CDU und CSU angesichts des aktuellen Streits in der Flüchtlingspolitik verfolgt. Ein weiteres tolles Highlight war für mich der Fototermin mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Obwohl nicht viel Zeit zur Verfügung stand, hatte sie trotzdem kurz mit mir ein paar Worte getauscht. Dies mir zu ermöglichen bin ich meinem Büro und insbesonders meiner Büroleiterin sehr dankbar! Als beeindruckendes Erlebnis würde ich ebenfalls den Einblick in den Alltag eines Bundestagsabgeordneten bezeichnen. Wie viel Engagement, Einsatz und Organisation dies alltäglich abverlangt ist wohl für viele Menschen kaum vorstellbar.

5.2 IPS Empfang:
Als eine grosse Herausforderung würde ich an dieser Stelle der IPS Empfang/Ländertisch im Paul Löbe Haus nennen. Für Teilnehmerländer mit mehreren Stipendiatinnen/ten ist dies eher nicht sehr problematisch. Die Organisation und auch die Ausführung kann unter ihnen leicht aufgeteilt werden und ohne größere Mühe bewerkstelligt werden. Für eine Stipendiatin/Stipendiat, die ihr Land alleine repräsentieren soll – wie in meinem Fall -, ist dies jedoch eine sehr große Herausforderung! Nicht nur die Planung über Aussehen und Gestaltung des Ländertisches, sondern die gesamte Organisation und Ausführung ist eine gewaltige Herausforderung, die nur mit sehr viel Einsatz zu bewältigen war. Ich war und bin allerdings sehr stolz auf das gelungene Ergebnis und habe viel positives für meinen Ländertisch gehört!

6 Was mir insgesamt am IPS gefallen hat und was sie zukünftig besser machen können
Insgesamt ist das angebotene IPS ein unglaubich aussergewöhnliches und fantastisches Programm, das wohl in dieser Form einzigartig ist. Die hervorragende Organisation durch das Referat WI4 und den Mitarbeitern und Helfern der Humbolt Universität sollte betont werden. Die angebotenen Seminare der Stiftungen, sowie die Seminare in Bad Belzig waren sehr interessant und informativ. Die Aufteilung der Stipendiatinnen/ten in 2 große Gruppen ist generell gut, birgt aber den Nachteil, dass Teilnehmer der jeweiligen anderen Gruppe nicht oder nur flüchtig kennengelernt werden können. Eine andere ganz banale Art von Verbesserung, die hier noch anzumerken ist, wäre die Verfügbarkeit von Waschmarken in der Wohnanlage! Durch das Nichtvorhandensein dieser Marken verbrachten wir unnötig viel Zeit in Waschsalons, die wir wohl besser hätten nutzen können!
Die Verschiedenheit und die Offenheit der Charakter der Stipendiatinnen/ten sind erkennbar und der kulturelle Austausch bemerkenswert. Wir alle haben unabhängig von Herkunft, Kultur und Religion viel zusammen in dieser Zeit erlebt. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl und echte Freundschaften haben sich entwickelt.
Diese Erfahrungen, die wir alle in den letzten Monaten gesammelt haben, ob auf politischer Ebene oder im ganz normalen Alltag, haben unser Verständnis für Toleranz, kulturelle Vielfalt und demokratische Werte geprägt und wir werden sie mit in unsere Heimat nehmen. Es war ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis.
Um die Worte von Prof. Dr. Norbert Lammert, ehemaliger Bundestagspräsident, aus seinem Grußwort und Rückblick auf 12 Jahre Schirmherrschaft des IPS Programms, zu zitieren: Das IPS ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte! Viele Ehemalige haben “noch einen Koffer in Berlin .....“ – Dem kann ich nur zustimmen!